Die Flucht verlief denkbar schnell. Ich hatte auch keinen Satz in meinem eigenen Film und so machte ich einen Satz, Sprung oder Flug und landete in Lettland. Ich nahm nur Handgepaeck mit – mein kleines Rollkoefferchen – und fuehlte mich so up in the air.
Riga, Heimat, Kindheit. Zwei Jahre war ich nicht mehr hier. Die Preise sind gestiegen. Die Luft ist fast tropisch, man fuehlt sich dumpf und schwer und ueber den Koepfen und Haeusern kreisen die Moewen.
In meiner unruhigen Nutzlosigkeit verschlaegt es mich in die Altstadt – das Schoenste, was Touristen belagern koennen. Hier hoert man kein Lettisch mehr, nur wenig Russisch und sehr viel Deutsch. Eine wunderbare Gelegenheit fremden Gespraechen zu lauschen. Erstmal auf Russisch einen Kaffee bestellen, um die Deutschen Tischnachbarn in Sicherheit zu wiegen, dann die Sonnenbrille aufsetzten, zuruecklehnen und das linke Ohr leicht in Richtung des Geschehens wenden.
Die Idee ist schoen, das Gespraech aber denkbar langweilig. Ich bezahle und gehe.
Das war er, der Satz zum Mittwoch, der kein Satz ist. Und hier ist auch nicht mehr Mittwoch. Irgendwo habe ich im Flugzeug wohl eine Stunde verloren. Genau wie meine Umlaute.
Schlagwörter:Lettland, Riga
UND WAS NUN?