<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>drifter</title>
	<atom:link href="http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.driftermagazin.de</link>
	<description>Magazin für Lach- und Sachbeschädigung.</description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Sep 2010 16:58:27 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Kinderzeit, die schönste Zeit &#8230;</title>
		<link>http://www.driftermagazin.de/?p=744</link>
		<comments>http://www.driftermagazin.de/?p=744#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 00:09:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johanna von Stülpnagel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[klettverschluss]]></category>
		<category><![CDATA[schnürsenkel]]></category>
		<category><![CDATA[tabea]]></category>
		<category><![CDATA[turnhalle]]></category>
		<category><![CDATA[turnhose]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.driftermagazin.de/?p=744</guid>
		<description><![CDATA[Sie war gut einen Kopf kleiner als ich, was eine Leistung war, denn ich war nicht sehr groß. Stets trug sie Kleider aus plissierten, leichten Stoffen in Farben, die ich für ungewöhnlich hielt. Mauve. Mit vier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie war gut einen Kopf kleiner als ich, was eine Leistung war, denn ich war nicht sehr groß. Stets trug sie Kleider aus plissierten, leichten Stoffen in Farben, die ich für ungewöhnlich hielt. Mauve. Mit vier.</p>
<p><a href="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/09/ballerina-Kopie.jpg"><img src="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/09/ballerina-Kopie-212x300.jpg" alt="" title="ballerina Kopie" width="212" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-745" /></a><br />
Ich war fünf Jahre alt und ging bereits in die so genannte große Kindergartengruppe. In dieser Gruppe tummelten sich die, die bald in die erste Klasse kommen sollten, auf dem Spielhof schon allein rutschen durften und ihren Nachnamen buchstabieren konnten. Meine ersten Klettverschlussturnschuhe trug ich mit Stolz.<br />
Sie war neu im Dorf und kam aus einem Ort, der weit jenseits der nächsten Kreisstadt lag und meinen fünfjährigen Horizont herausforderte. War es Göppingen? Göttingen?<br />
Grimmig beschloss ich, nicht mit ihr zu reden. Ich redete nicht mit jedem, und schon gar nicht, wenn ich nicht genau wusste, woher jemand kam.<br />
Jeden Mittag wurde sie von einer adretten Mutter abgeholt, die sich viel Zeit ließ beim Ankleiden ihrer Tochter. Die kleine Prinzessin hatte Ballerinaschühchen Ton in Ton, passend zum Kleidchen, dunkelblaue Mäntelchen, rosafarbene Mützchen und heulte zuverlässig, wenn man sie mit Wasserfarbe bekleckerte. Tabea war ein hübsches Kind und ein braves noch dazu &#8211; und mir ein Dorn im Auge.<br />
Wo ich mit abgewetzten Jeanshosen und Federn im wirren Haar durch den Sandkasten flitzte, summte sie ein Liedchen und frisierte ihre Barbiepuppen, die sie jeden Vormittag aus ihrem pinken Köfferchen holte. Damit beeindruckte sie meine puppenaffinen Freunde, die in ihren Bann gezogen einen Barbie-Sitzkreis eröffneten und fortan nicht mehr zum Räuber- und Gendarmspielen zur Verfügung standen.<br />
Ich konnte es gar nicht mehr abwarten, in die erste Klasse zu kommen.<br />
Mit Tabea aber war es wie mit dem Allergiker und der Katze. Sobald sie merkte, dass ich sie nicht ertragen konnte, nahm sie die Verfolgung auf. Wo ich ging und stand klapperten ihre kleinen Ballerinas hinter mir her, warf ich einen Ball fing sie ihn auf und schließlich kam sie eines Tages mit adretten Federn im Haar in den Kindergarten. Alle fanden sie niedlich, nur für mich war der Federschmuck gestorben.<br />
Meine zunächst auf diffuser Abneigung gründende Irritation wuchs sich über Wochen zu einer ausgewachsenen Aversion aus. In ungefilterter Abneigung schmiedete ich Pläne, dem Mini-Prinzessinnenwunder die Luft aus den Segeln zu nehmen.<br />
Das Ringen im Geiste sollte jedoch bald harter Realität weichen.<br />
In der Umkleide der dörflichen Mehrzweckturnhalle roch es nach einer Mischung aus Urin und Fußschweiß. Der talgige Boden war eiskalt und ich war wie immer weit hinten dran was den Zeitplan betraf. Sich umziehen war mir eine Qual, ich bewegte mich in schneckenhaftem Tempo, suchte in den Tiefen meines Turnbeutels nach meinen Strumpfhosen und kriegte meine Hose nicht auf.<br />
Tabeas Turnbeutel war offensichtlich so ungemein übersichtlich gepackt, dass sie ihr Ballettoutfit in rasender Geschwindigkeit beisammen hatte. Ganz in Altrosa gekleidet stand sie bereits aufgeregt hinter mir, als ich mit beiden Händen am Boden meines Beutels gründelte und dort nur alte Kaugummis fand.<br />
Endlich hatte ich meine (mehrfach gestopfte) rote Feinrippstrumpfhose übergestreift, die Turnhose angezogen und schlüpfte triumphierend in meine Klettverschlussturnschuhe.<br />
Alle anderen Kinder waren bereits bei der röhrenden Erzieherin Hildegard in der Turnhalle und mussten Turnmatten schleppen. Nur Tabea guckte listig auf meine Schuhe und zupfte an ihrem Turnröckchen. „Du kannst ja gar keine Schnürsenkel binden! Ha Ha!“, lachte sie hämisch und drehte sich grazil auf ihren Zehenspitzen, um davon zu tänzeln.<br />
Die Wut überkam mich wie ein wildes Tier. Unbeobachtet und unbehelligt von Kindergärtnern und Eltern, in einer feuchtkalten Ecke der Umkleide vergaß ich mich und stürzte mich auf die fleischgewordene Idealtochter.<br />
Ich warf sie im Handumdrehen auf den Rücken und setzte mich rittlings auf sie. Nach ein paar saftigen Ohrfeigen kniff ich sie in den Arm und zwirbelte ihre Haut zwischen meinen Fingern. Sie quiekte wie ein Schwein und ich hätte damit noch gerne eine Weile weitergemacht, als mich der kräftige Griff von Hildegard am Schlafittchen packte. Schäumend vor Jähzorn musste ich die ganze Turnstunde auf der Bank verbringen und durchbohrte Tabea mit meinen Augen.<br />
Noch am selben Abend lernte ich Schnürsenkel zu binden. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2&amp;p=744</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Alb-TV</title>
		<link>http://www.driftermagazin.de/?p=737</link>
		<comments>http://www.driftermagazin.de/?p=737#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 21:41:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Zschaubitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Albtraum]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.driftermagazin.de/?p=737</guid>
		<description><![CDATA[Gestern früh hatte ich das Vergnügen, beim Frühstücksfernsehen zu arbeiten und was folgt darauf? Albträume]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern früh hatte ich das Vergnügen, beim Frühstücksfernsehen zu arbeiten und was folgt darauf? Albträume</p>
<p>Richtig brutale Albträume – eine finstere Höllenvision mit Kränen, die Affen übereinander stapeln. Als ich aufwache, bleibt davon eine schreckliche Erinnerung samt kaltem Schweiß. Ein klares Bild, untermalt vom Ton der MAZ, die ich im letzten Morgengrauen zu oft ansehen musste: „Teuer oder billig &#8211; welche Mikrowelle ist besser? Wir machen den Test!“ Gruseliger kann ein Tag nicht anfangen.</p>
<p>Gerettet hat den Frei<a href="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/09/albtraum.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-738" title="albtraum" src="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/09/albtraum-300x196.jpg" alt="" width="300" height="196" /></a>tag dann noch ein Verleser. Seitdem muss ich ständig daran denken, wie „ironische Sittenwächter“ grimassenschneidend Frau Sarkozy als tugendhafte Gattin preisen.</p>
<p>Nehmt Euch in Acht vor dem Fernsehen!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2&amp;p=737</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Man darf sich nicht verstecken</title>
		<link>http://www.driftermagazin.de/?p=708</link>
		<comments>http://www.driftermagazin.de/?p=708#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 18:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael-André Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Neue]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.driftermagazin.de/?p=708</guid>
		<description><![CDATA[Matthias F. will einen Google-Street-View-Rekord aufstellen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Ich bin mit Matthias F. an einer Straßenecke verabredet, irgendwo in der Innenstadt, an der Kreuzung zweier Nebenstraßen. Es ist Mittagszeit, nicht viel Verkehr. Matthias F. kommt auf dem Gehweg angeradelt. Er steigt behende ab, stellt das Rad an die Hauswand, ohne es anzuschließen und begrüßt mich mit Handschlag.<br />
„Schön, dass Sie es geschafft haben“, sagt der hochgewachsene, schlaksige Mann und fügt hinzu: „Der Wagen kommt gleich. Ich hab ihn eben überholt.“<br />
Der Wagen ist ein unauffälliges Auto, oder wäre ein unauffälliges Auto, würde es keinen turmähnlichen Aufbau mit einer Kamera auf dem Dach haben. Es fährt durch die Stadt und fotografiert alles – im Auftrag von Google. Über den Plan des Internetkonzerns, alle deutschen Großstädte bis Jahresende ins Netz zu stellen, ist viel berichtet worden. Es gab Aufregungen, Proteste, Einspruchsmöglichkeiten, Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern.<br />
Matthias F. ist ein Google-Street-View-Gegner. Und auch wieder nicht.<br />
Der Wagen kommt langsam um die Ecke gefahren. Matthias F. stellt sich vor das Haus, etwa einen Meter vor die Haustür, setzt ein gekünsteltes Grinsen auf und als der Wagen vorbei fährt – winkt er für ein paar Sekunden. Dann läuft er zu seinem Rad, ruft: „Kommen Sie“ und fährt zum nächsten Haus. Dort dasselbe Spielchen. Rad abstellen, vor der Haustür in Position gehen, grinsen und winken. Und weiter zum nächsten Haus. Die ganze Straße lang. Und die nächste auch. Wieder und wieder überholt er das Google-Street-View-Kamera-Auto und lässt sich fotografieren. Vor jedem Haus.</p>
<div id="attachment_717" class="wp-caption alignnone" style="width: 464px"><a href="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/09/matthias-f.jpg"><img class="size-full wp-image-725  " title="matthias f" src="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/09/matthias-f.jpg" alt="" width="454" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Matthias F. bei seinem Weltrekordversuch (Foto: Drifter)</p></div>
<p>„Naja, fast vor jedem Haus“, sagt Matthias F. „In den Nebenstraßen fährt der Kamerawagen ja relativ langsam, in den Hauptstraßen komme ich manchmal gar nicht richtig mit. Außerdem halte ich das nur vier bis fünf Stunden am Tag aus.“<br />
Der 38-jährige lässt sich von Google absichtlich fotografieren. Andere füllen Einspruchsformulare aus, damit ihr Wohnhaus gepixelt dargestellt wird, er fährt mit seinem Rad durch die Stadt und lässt sich im Internet verewigen. Mehrfach. Als der Google-Fahrer eine Pause macht, setzen auch wir uns in ein Café. Matthias F. ist heute bereits geschätzte sechsundfünfzigmal fotografiert worden.<br />
Ich frage ihn, wieso er dies tut, wo doch die meisten Deutschen – so hat man den Eindruck, wenn man die Medien verfolgt – vor dem Google-Kamerawagen eher weglaufen.<br />
„Anfangs war es nur eine Schnapsidee“, sagt Matthias F., „ich hatte gelesen, dass ein Amerikaner bereits den ersten Weltrekord hält. Sechshundertfünfundsechzigmal ist er bei Street View zu sehen, und das nur in seiner Stadt. Und den Rekord will ich brechen.“<br />
Ein Rekordversuch also. Matthias F. hatte sich bei unserem Vorgespräch am Telefon als Street-View-Gegner bezeichnet. Ich spreche ihn darauf an.<br />
„Ja, das kam durch meinen Bruder. Er hat gesagt, es ist so eine Art, Google mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Wenn alle Deutschen auf die Straße gehen würden, könnte man gar nicht mehr zuordnen, wer wo wohnt und von den Häusern wäre auch nichts mehr so viel zu sehen.“<br />
„Und die Straßen wären so voll, dass die Kamerawagen auch nicht mehr fahren könnten“, ergänze ich.<br />
„Na, nun übertreiben Sie mal nicht“, sagt Matthias F. mit einer leicht tieferen Stimme als eben noch.<br />
Ich frage ihn, wieso sein Bruder ihm bei seinem Unterfangen nicht helfe. Mit ihm auf der einen und Matthias auf der anderen Straßenseite würden die beiden Google Street View doch noch mehr verwirren.<br />
„Da haben Sie recht“, sagt Matthias F. wieder mit seiner normalen Stimme, „aber mein Bruder ist seit zehn Jahren tot. Autounfall.“<br />
„Aber sie sagten doch eben, ihr Bruder&#8230;“<br />
„Ich lebe ihn seinem Kopf weiter“, antwortet Matthias F. nun wieder eine Tonlage tiefer und gibt mir die Hand: „Markus F.“<br />
„Aha“, sage ich, „verstehe, multiple Persönlichkeit.“<br />
„Nein“, sagt Markus F., „Seelenwanderung.“<br />
„Eigentlich“, sagt Matthias F. wieder in seiner normalen Stimme, „war es die Idee von uns beiden. Ich hatte von dem Weltrekord erfahren und wollte auch so etwas machen, aber mein Bruder ist da immer schon etwas kritischer gewesen, was das Internet betrifft und den Datenschutz.“<br />
„Ich wollte vor drei Jahren dem Choas Computer Club beitreten“, wirft Markus ein, „aber als Toter kann man bei denen nicht mehr Mitglied werden.“<br />
„Dann hätte doch Ihr Bruder, ich meine, Sie&#8230;“<br />
„Ich hab da keine Zeit für“, sagt Matthias F.<br />
„Ich glaube, wir kommen vom Thema ab“, brummt sein Bruder. „Ich finde, man darf sich nicht verstecken, nur weil jemand meint, die ganze Welt abfotografieren zu müssen. Die Straße gehört schließlich uns, und ich will mich durch die Stadt bewegen, ohne mir über Datenschutz einen Kopf zu machen.“<br />
„Jedenfalls konnten wir uns schließlich darauf einigen: Ich mache den Rekordversuch und Markus sabotiert sozusagen Google View.“<br />
„Google Street View“, sagt Markus.<br />
„Hab ich doch gesagt.“<br />
„Hast du nicht.“<br />
„Was hab ich gesagt?“<br />
„Google View.“<br />
„Ist doch dasselbe.“<br />
„Ist es nicht.“<br />
Ich unterbreche die beiden und möchte wissen, wie viele Aufnahmen er noch brauche, um den derzeitigen Rekord zu brechen.<br />
Das sei schwer zu beantworten, überlegt Matthias F. Bevor die Aufnahmen nicht online stünden, könne er nicht wissen, wie oft er in den Straßen auftauche. Er folge dem Kamerawagen einfach so lange es möglich sei. Und er zähle die Häuser, vor denen es steht, um einen gewissen Überblick zu haben. Und dann werden ja auch noch ein paar der Gebäude vollständig gepixelt sein. So gesehen gibt es wahrscheinlich erst um die zweihundertvierzig Aufnahmen von ihm.<br />
„Wir müssen gehen“, sagt Markus und deutet zu dem Google-Fahrer, der gerade aufsteht und zahlt.<br />
Als wir draußen stehen, frage ich Matthias, wie lange er heute noch machen will.<br />
„Na, um sieben gibt es Abendessen“, antwortet er mit einer hohen Stimme, „da müssen die Jungs zu Hause sein.“<br />
„Meine Mutter“, sagte Matthias F. und ich sehe, dass es ihm ein bisschen peinlich ist, „sie ist vor sechs Jahren gestorben.“<br />
Dann schwingt er sich auf sein Rad und überholt den Google-Kamera-Wagen, der soeben losfährt.</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2&amp;p=708</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Heute morgen im Buchladen</title>
		<link>http://www.driftermagazin.de/?p=694</link>
		<comments>http://www.driftermagazin.de/?p=694#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 11:50:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael-André Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.driftermagazin.de/?p=694</guid>
		<description><![CDATA[(in welchem, sag ich nicht)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/buch1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-698" title="buch" src="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/buch1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Ein älterer Kunde: „Haben sie dieses neue Mein-Kampf-Buch?“<br />
Verkäuferin: „Meinen Sie das von Sarrazin?“<br />
Kunde: „Ja.“<br />
Verkäuferin: „Nee, ist ausverkauft. Soll ich für Sie vorbestellen?“</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2&amp;p=694</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Hoff ist da</title>
		<link>http://www.driftermagazin.de/?p=691</link>
		<comments>http://www.driftermagazin.de/?p=691#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 18:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Zschaubitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Der Hoff]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.driftermagazin.de/?p=691</guid>
		<description><![CDATA[Eine nicht kommentierbare Fernsehsendung, ein Haufen Arbeit in der TUI-Arena und ein respektables Hotel in Hannover. Der Inhalt einer halben Woche und dazwischen Nichts – außer dem Hoff.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine nicht kommentierbare Fernsehsendung, ein Haufen Arbeit in der TUI-Arena und ein respektables Hotel in Hannover. Der Inhalt einer halben Woche und dazwischen Nichts – außer dem Hoff.</p>
<p><a href="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/kitt.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-692" title="kitt" src="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/kitt-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a></p>
<p>Wenn der Hoff erscheint, geht ein Raunen durch die Menge, als wäre er der Weihnachtsmann. Und er hat auch etwas mitgebracht. Eigentlich will er nur seine Töchter promoten, die irgendwas mit Musik machen. Aber so genau hat keiner hingehört, denn der Hoff ist ein Ereignis. Wo er auftaucht, fangen alle über zwanzig an, nach KITT zu rufen. Ganze Kindheiten flimmern über die Gesichter wie der erste Farbfernseher, und wenn der Hamburgerzwischenfall in allen Varianten durchgekalauert ist, dann glänzt er immer noch, der Star. Dann stehen sie an für Fotos und um ihm die Hand zu schütteln, von der Regie bis zum Lichtdouble.</p>
<p>Und wo frühstückt der Hoff? In unserem Hotel, denn da wohnt er auch. Da wirft der Hoff morgens um neun die Lederjacke über hannoveranisches Hotelmobiliar und schmiert sich im Unterhemd sein Nutellabrötchen, als ob’s nichts wär. Der Hoff fährt Fahrstuhl wie alle andern und dann geht er in den Morgen hinaus, den Dauerregen von Hannover, und fährt zur Arbeit. Womit? Traurig steht der glänzende schwarze Trans Am auf dem Parkplatz neben der Brache und man hört eine tiefe traurige Synthie-Stimme im Hinterkopf: „Michael?“</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2&amp;p=691</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Procrastination</title>
		<link>http://www.driftermagazin.de/?p=671</link>
		<comments>http://www.driftermagazin.de/?p=671#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 22:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johanna von Stülpnagel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[aufschieben]]></category>
		<category><![CDATA[glühbirne]]></category>
		<category><![CDATA[prokrastination]]></category>
		<category><![CDATA[trittleiter]]></category>
		<category><![CDATA[tutor]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.driftermagazin.de/?p=671</guid>
		<description><![CDATA[<em>„When I don’t wanna do something, I start cleaning the house. And I find dirt in places, where there can’t be any dirt at all“</em>, waren zwei meiner wichtigsten Lehrsätze, die ich aus dem Grafikdesignstudium mitgenommen habe. Mein Tutor sprach damals von den Schwierigkeiten mit unliebsamen Abschlussarbeiten zu beginnen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„When I don’t wanna do something, I start cleaning the house. And I find dirt in places, where there can’t be any dirt at all“</em>, waren zwei meiner wichtigsten Lehrsätze, die ich aus dem Grafikdesignstudium mitgenommen habe. Mein Tutor sprach damals von den Schwierigkeiten mit unliebsamen Abschlussarbeiten zu beginnen.</p>
<p><a href="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/büane.jpg"><img src="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/büane-186x300.jpg" alt="" title="büane" width="186" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-673" /></a><br />
Ich habe sie begonnen und zu Ende gebracht &#8211; und mich beinahe gleich mit. Dank meiner Fähigkeit alles und jeden zu prokrastinieren war es bis zuletzt außerordentlich spannend.<br />
Meine Wohnung hingegen blieb so unaufgeräumt wie zuvor, denn wenn ich etwas nicht tun will, gehe ich nicht putzen sondern essen. Ich stehe morgens auf, mache mir eine Liste wichtiger Erledigungen, auf der das wirklich wichtige fehlt und gehe zu meinem kleinen japanischen Imbiss oder auch mal zum Vietnamesen. Dort trinke ich exotische Säfte, lese billige Magazine, esse ein Süppchen und verstecke mich vor den unsichtbaren Tagesordnungspunkten auf meiner Liste.<br />
In Wirklichkeit denke ich aber an nichts anderes.<br />
Die Sache mit dem Reinigen des Hauses käme für mich nicht in Frage, da ich Dreck gegenüber relativ aufgeschlossen bin. Manchmal kommt es vor, dass ich ihn sogar übersehe an Stellen, an denen gut und gerne Dreck zu erwarten ist. Denn auch das Reinigungsprokrastinieren kann noch herausgezögert werden. Aufschub dem Aufschub, sozusagen.<br />
Zuletzt schob ich es bis ins Unendliche vor mir her, eine neue Glühbirne für die Deckenlampe im Badezimmer zu kaufen. Multiple Gründe hielten mich davon ab; zunächst einmal ist die Lampe an der Decke, ich jedoch nicht. Und sie hat etwas mit Strom zu tun.<br />
Ich hege von Kindesbeinen an eine Aversion gegen alles, was mit elektrischen Schlägen einhergehen kann. Außerdem ist ein Bad mit Kerzenlicht ja durchaus romantisch und man sieht in dieser Beleuchtung absolut tadellos aus.<br />
Eines Tages kam ich beim Herumdölmern im Baumarkt an einer ganzen Palette von Glühbirnen vorbei und fasste mir schließlich ein Herz – ich kaufte zaghaft eine passende 40 Watt Birne.<br />
Das Problem mit dem Strom und der Decke blieb jedoch bestehen und erzeugte gleich noch ein Handvoll Sekundäraufgaben.<br />
Die unverzichtbare Trittleiter war hinter dem Kleiderschrank verkeilt. Als ich an ihr nestelte, riss ich den Kleiderständer meines Freundes um und malte mit den Füßen der Leiter hässliche Striemen an die Wand.<br />
Den Werkzeugkasten am anderen Ende des Zimmers hatte ich schon auf der Suche nach einem Schraubenzieher offen stehen gelassen. Die unhandliche Trittleiter im Schlepptau wankte ich gen Türrahmen und trat prompt in den Kasten. Der gesuchte Schraubenzieher kullerte daraufhin unter das Bett. Fluchend lehnte ich die Leiter an die weiße Wand und kroch dem Werkzeug hinterher.<br />
Dort fand ich eine Kolonie Wollmäuse und einen lang verschollenen Wintermantel.<br />
Vom Schraubenzieher keine Spur.<br />
Als ich die Trittleiter endlich unterhalb der defekten Lampe positioniert hatte, arbeitete ich mich schließlich empor. Meine gefühlte Schwindelfreiheit war auf einmal verflogen und meine Handflächen wurden kalt und nass. Oben angekommen drehte ich mit einer Hand an den Schrauben der Lampe und entdeckte, dass man dazu zwar keinen Schraubenzieher, wohl aber beide Hände brauchte.<br />
Mit zittrigen Knien öffnete ich nach einigen Fehlversuchen den Glasbauch der Deckenlampe und ein Regenschauer toter Insekten rieselte auf mich herab.<br />
Sofort musste ich an die Lehrsätze aus meinem Grafikdesignstudium denken.<br />
Natürlich bekam ich keinen Stromschlag, als ich die kaputte Glühbirne herausschraubte, und natürlich hatte ich die Ersatzbirne im anderen Zimmer vergessen. Als ich dort um die Ecke bog, rutschte ich auf dem Schraubenzieher aus, der offensichtlich doch nicht unters Bett gekullert war.<br />
Das Licht, nach getaner Arbeit wieder angeknipst, beleuchtete kurz darauf das ganze Ausmaß meines folgenschweren Aktionismus. Überall Staubfetzen und tote Insekten; im anderen Raum schwarze Streifen an der Wand, ein Haufen Wäsche, der sich mit einem Stapel Werkzeug und Schrauben mischte.<br />
Es wurde dringend mal wieder Zeit, eine Kleinigkeit essen zu gehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2&amp;p=671</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Strictly Old School</title>
		<link>http://www.driftermagazin.de/?p=667</link>
		<comments>http://www.driftermagazin.de/?p=667#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 18:53:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Wolff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.driftermagazin.de/?p=667</guid>
		<description><![CDATA[Bald habe ich Klassentreffen. Dafür ist es wirklich noch zu früh, zwei Jahre nach dem Abi.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/2899342536_36ca26a1e0_o.jpg"><img src="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/2899342536_36ca26a1e0_o-300x233.jpg" alt="" title="2899342536_36ca26a1e0_o" width="300" height="233" class="aligncenter size-medium wp-image-668" /></a></p>
<p>Bald habe ich Klassentreffen. Dafür ist es wirklich noch zu früh, zwei Jahre nach dem Abi. Aber ein Gymnasium wird ja nicht jedes Jahr 100 &#8211; nur einmal, glaube ich &#8211; und da will man vermutlich alle Reunion-Nostalgie-Bedürfniss befriedigen. Kann ich ja auch verstehen.</p>
<p>Merkwürdig ist es trotzdem. Schon, weil man aus Filmen und Bücher weiß, dass so ein Klassentreffen eine große Angelegenheit ist, Anlass zu Intro- und Retrospektion. Daraus wird wohl nichts. Es ist ja kaum zu erwarten, dass Leute in 24 Monaten ihr Leben so dermaßen komplett und radikal umwerfen und hoffentlich auch wieder neu aufbauen, dass die Ex-Mitschüler voller Neid, Mitleid oder Ekel &#8220;<em>Das</em> ist also aus dir geworden!&#8221; ausrufen. In 36 Monaten vielleicht. Aber 24? Wohl kaum. Und überhaupt: Allein durch Facebook ist man ja eigentlich über den Lebensstand der anderen informiert, und, wie es immer so schön heißt, mit wem man in Kontakt bleiben wollte, mit dem ist man es vermutlich auch.</p>
<p>Ganz nett wird es aber trotzdem werden. Und ein bisschen wehmütig. Man erzählt sich, dass der alte gedruckte Vertretungsplan durch einen großen Bildschirm ersetzt wurde, dass manch gute Lehrkraft versetzt oder berentet wurde, dass aber dieses eine Arschloch, von dem sogar behauptet wird, er wäre schon einmal in Thor Steinar-Kleidung gesehen worden, immer noch im Fachbereich Chemie tätig ist. Wer weiß. Vielleicht kann ich mir während der 20 Minuten Fußweg zu meiner alten Schule von meiner Wohnung vielleicht ein paar angemesse Smultronstället-Halluzinationen aus der Erinnerung pressen. Man hat ja nicht jeden Tag Klassentreffen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2&amp;p=667</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Neulich im Waffelregal: duplo Zartbitter Cocos</title>
		<link>http://www.driftermagazin.de/?p=648</link>
		<comments>http://www.driftermagazin.de/?p=648#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 14:33:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael-André Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Neue]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.driftermagazin.de/?p=648</guid>
		<description><![CDATA[„Es ist gemein, dass sowas existiert! Es verletzt mich, dass es sowas gibt! Nimm das weg! Das macht man nicht!“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Es ist gemein, dass sowas existiert! Es verletzt mich, dass es sowas gibt! Nimm das weg! Das macht man nicht!“</strong><br />
Was war passiert? Eine Freundin rief an und bat mich, zu unserem Fernsehabend Süßigkeiten mitzubringen. Was mit Schokolade. Im Waffelregal fand ich: duplo Zartbitter Cocos. Wieso es in diesem Jahr so viele neue Schokoladenprodukte mit Kokos gibt und wieso niemand Kokos richtig schreiben kann, weiß ich nicht. Ich kaufte es trotzdem, in einer Zehnerpackung. Die brachte ich mit, öffnete sie und reichte der Freundin ein duplo.<br />
Da rief sie: „Es ist gemein, dass sowas existiert! Es verletzt mich, dass s sowas gibt! Nimm das weg! Das macht man nicht!“<br />
Und sie hatte recht. Es tut keine Not, die „längste Praline der Welt“ mit einer Kokosnuss zu kreuzen.<br />
Der „Hauch von Cocos“ wird von der starken Zartbitternote sogar fast überdeckt. Hätte man auch weglassen können. Ohnehin ist ja die duplo-Zartbittervariante schon überflüssig. Was kommt als nächstes? duplo mit weißer Schokolade? Mit Limette, Banane oder Erdbeer? Oder bleibt Ferrero bei Nüssen? duplo Erdnuss? duplo Pistazie? Walnuss? Zu Weihnachten eine leichte Mohnstollennote? Minze würde mir gefallen. Eine Waffel in Schokolade (meinetwegen auch Zartbitter) mit Minznote. After Eight mit Waffel. Aber mich fragt ja keiner.</p>
<div id="attachment_654" class="wp-caption alignnone" style="width: 449px"><a href="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/duplo.jpg"><img class="size-full wp-image-654" title="duplo" src="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/duplo.jpg" alt="" width="439" height="227" /></a><p class="wp-caption-text">Für die einen ist es die überflüssigste Praline der Welt ...</p></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2&amp;p=648</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Uno</title>
		<link>http://www.driftermagazin.de/?p=641</link>
		<comments>http://www.driftermagazin.de/?p=641#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 12:34:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael-André Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.driftermagazin.de/?p=641</guid>
		<description><![CDATA[Morgens auf dem Weg nach Hause. Sehr früh morgens. So früh, dass die U-Bahnen noch fahren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/ahhh.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-642" title="ahhh" src="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/ahhh-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Morgens auf dem Weg nach Hause. Sehr früh morgens. So früh, dass die U-Bahnen noch fahren.<br />
Im Zug spielen ein paar jungen Türken UNO, das Kartenspiel (nichts mit Politik). Sie haben dazu die beiden Längsseitenbänke besetzt und die Karten auf dem Boden im Mittelgang abgelegt. Jeder von ihnen hält bunte Karten in der Hand und starrt auf den Boden, wo er jetzt am besten anlegen kann.<br />
Von den anderen Fahrgäste traut sich niemand mehr durch, obwohl die jungen Männer eigentlich ganz lieb und nett wirken. „Ey Alter, du bist auf meine Karten getreten“, will so früh am Morgen hier niemand hören.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2&amp;p=641</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Amouröse Langeweile</title>
		<link>http://www.driftermagazin.de/?p=638</link>
		<comments>http://www.driftermagazin.de/?p=638#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 21:07:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philine Proft</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Langeweile]]></category>
		<category><![CDATA[poetisch]]></category>
		<category><![CDATA[Spätsommersonne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.driftermagazin.de/?p=638</guid>
		<description><![CDATA[Am Samstag war alles so ruhig.
Das war irgendwie bemerkenswert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Samstag war alles so ruhig. <a href="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/IMGP3363.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-639" title="IMGP3363" src="http://www.driftermagazin.de/wp-content/uploads/2010/08/IMGP3363-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><br />
Das war irgendwie bemerkenswert.<br />
Die Sonne schien warm und wohlig, der Wind war still, die Vögel zwitscherten still, die Kinder spielten still, die Fahrräder fuhren still. Da ließ ich die Straßenbahn davon fahren und lief ein Bisschen durch Berlin Pankow.<br />
Es schien, als wüssten alle, dass dies der letzte warme Sommertag vor dem kalten Herbstwind, dem eisigen Winterwind und dem kühlen Frühlingswind wäre. Ich hasse Wind. Aber an diesem Tag hatte auch er anscheinend den Vertrag zum Stillschweigen unterzeichnet. So als wüssten alle, dass sie den Tag genießen müssten. Alles fühlte sich so poetisch an. So filmisch. So auffallend gelassen.</p>
<p>Die Straßen waren fast leer, nur ab und zu gab es vielleicht einen Fahrradfahrer, der aber niemals klingeln würde, obwohl ein kleines, langsames Rentnerpaar auf den Pflastersteinen dahin zuckelte.<br />
Im Café Nord saßen Einige auf der Terrasse. Aber auch sie unterhielten sich nur mit großen Milchkaffeeschluckpausen und dösten in der Spätsommersonne.<br />
Ein Hund wollte bellen, aber sein Herrchen rupfte ihn am Halsband zur Räson. Auf dem Spielplatz saßen die Kinder am Buddelkastenrand und klapperten leise.<br />
Den von Bäumen gerahmten Weg zur Kirche ging nur eine einzige ältere Frau entlang. Sie hatte sich geschminkt und sich ein Perlenarmband zur schwarz-blauen Bluse angelegt und schlenderte ganz langsam die Allee entlang, so als hätte sie eine Verabredung mit dem Tag gehabt.<br />
Aber vielleicht hatte ich auch einfach nur meine romantische Stunde.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.driftermagazin.de/?feed=rss2&amp;p=638</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
